
Bis zu 3000 Menschen beteiligten sich am Samstagnachmittag (08.03.2025) anlässlich des internationalen feministischen Kampftag gegen patriarchale Herrschaft an der 8M Kiel-Bündnisdemo in der Innenstadt. Viele Teilnehmer:innen liefen im lang gestreckten internationalistisch-antikapitalistischen Block, zu dem Gruppen und Initiativen aus der deutschen, türkischen und kurdischen Linken aufgerufen hatten. Dieser stand unter dem Motto „International, queer, radikal: Feministisch organisieren – revolutionär kämpfen gegen Staat und Kapital“.
Bei sonnigem Wetter versammelte sich der Kieler 8M am Platz der Kinderrechte am Hörnende zur Auftaktkundgebung und setzte sich anschließend Richtung Bahnhof in Bewegung. Eine Zwischenkundgebung am Ni-Una-Menos-Platz musste aufgrund des alle Erwartungen übertreffenden Andrangs in die Andreas-Gayk-Straße verlegt werden. Die am Bootshafen vorgesehenen Redebeiträge wurden aus selbigem Grund auf die Abschlusskundgebung auf dem Rathausplatz verlegt.
Die Redner:innen behandelten verschiedene Facetten patriarchaler Unterdrückung und ein breites Spektrum feministischer Antworten. Desweiteren wurde wiederholt die chilenische Tanzperformance „Un violador en tu camino“ aufgeführt. Auch wenn das Demobild dieses Jahr insgesamt einen deutlich linken Ausdruck hatte, fehlten antikapitalistische Perspektiven in den den Beiträgen fast vollständig. Die gesamte Veranstaltung konnte aber als klare antifaschistische Positionierung gegen Rechtsruck und bevorstehende Merz-Kanzlerschaft verstanden werden. Dass die Teilnehmer:innenzahl in Kiel so groß wie seit Jahrzehnten nicht gewesen ist, ist in dieser Hinsicht als wichtiges Zeichen zu verstehen.
Schon am Vortag nahmen sich Proteste mit Bezug zum 8. März die Straßen: Am Freitagmittag demonstrierten 800 Warnstreikende aus Pflege, Sozial- und Erziehungsdienst sowie Gesundheitssektor vom Gewerkschaftshaus zum Rathaus, bekräftigten die gewerkschaftlichen Forderungen in der laufenden TVÖD-Verhandlungsrunde und forderten eine Aufwertung der Care-Arbeit. Abends zogen über 250 Feminist:innen mit einer lauten Take back the night-Demo zu männlich dominierten Orten in der Innenstadt und eroberten sie für Frauen und Queers zurück.