MATERIALIZING FEMINISM. Veranstaltungsreihe zu Theorie & Praxis feministischer Kämpfe

Es sind bewegte Zeiten. Autoritäre und rechte Ideologien gewinnen weiter an Zustimmung und ihre Vertreter*innen führen Angriffe auf erkämpfte Errungenschaften emanzipatorischer Bewegungen. Gleichzeitig sind in den vergangenen Jahren weltweit feministische Bewegungen so kraftvoll wie lange nicht mehr. Women’s marches, Frauen*streiks (1), #MeToo, „Ni Una Menos“ und viele mehr. Ob in den USA, Polen, Spanien, Lateinamerika, Türkei/Kurdistan, Deutschland oder anderswo – feministische Proteste bilden eine neue globale Bewegung. Auch in Kiel haben die Mobilisierungserfolge der letzten drei Jahre zu den Demonstrationen am 8. März gezeigt, dass ein großes Potential für eine kraftvolle feministische Bewegung und ein starkes Bedürfnis nach einer solchen besteht. Vor diesem Hintergrund möchten wir mit unserer Veranstaltungsreihe einen Beitrag zu der Auseinandersetzung mit dieser neuen und starken feministischen Bewegung leisten, die wir an einem Scheideweg sehen: Auf der einen Seite der Weg des liberalen Feminismus, dem die Idee von einer auf „Chancengleichheit“ beruhenden Herrschaft zu Grunde liegt und mit einer „Frauen* an die Spitze“-Argumentation daherkommt. Und auf der anderen Seite der Weg eines Feminismus, der die Grundfesten der kapitalistischen und patriarchalen Ordnung von Ungleichheit, Ausbeutung und Unterdrückung zu erschüttern versucht. Wir plädieren dafür, letzteren Weg einzuschlagen, das vermeintliche Gegeneinander von Identitätspolitik und Klassenpolitik zu überwinden und Teil einer feministischen Bewegung zu werden, die einen sichtbaren Gegenpol zur autoritären Rechten genauso wie zum Neoliberalismus markieren und Trägerin eines revolutionären Aufbruchs in eine solidarische Zukunft werden kann.

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„Wir schweigen nicht – wir haben keine Angst – wir wehren uns gemeinsam!“

Inmitten des Einkaufs- und Weihnachtsmarktwahnsinns der Kieler Innenstadt haben heute, am 25.11.2019, etwa 100 Menschen am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* auf eben jenes Thema und die herrschenden patriarchalen Zustände aufmerksam gemacht, unter denen jeden Tag weltweit Frauen* zu leiden haben.

Während der Kundgebung traten mehrere Frauen* nach vorne und verlasen die Namen und Geschichten von Frauen*, die von Männern aufgrund ihres Geschlechts und/oder aus politischen Gründen ermordet wurden. Im Fokus standen Frauen* aus der kurdischen Bewegung, in weiteren Beiträgen wurde aber natürlich allen Frauen*, die Opfer von (patriachaler) Gewalt wurden, gedacht.

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25.11.: Kundgebung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen*

Wir rufen zusammen mit Jiyana Jin Kiel, dem Frauenvorstand der Alevitischen Gemeinde Kiel, dem Bund Sozialistischer Frauen Kiel und dem Kurdistan Solidaritäts-Komitee Kiel auf zur:

Kundgebung zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen*

„Wir schweigen nicht – wir haben keine Angst – wir wehren uns gemeinsam!“

Montag: 25.11.2019 | 17 Uhr | Europaplatz  | Kiel

Jedes Jahr gehen am 25.11. kämpfende Frauen*(1) auf die Straße, um auf die alltägliche patriarchale Gewalt aufmerksam zu machen. Wir rufen dazu auf, sich auch in Kiel um 17 Uhr am Europaplatz der Kundgebung zum internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen* anzuschließen.

Mindestens jede dritte Frau* weltweit wird einmal in ihrem Leben Opfer patriarchaler Gewalt. In Deutschland versucht jeden Tag ein Mann*, seine Partnerin zu töten; an jedem dritten Tag mit Erfolg. Femizide, also die Tötung von Frauen* auf Grund ihres Geschlechts, sexualisierte Gewalt, Genitalverstümmlungen, häusliche und psychische Gewalt, Sexismus, weibliche* Armut, – tagtäglich werden die Rechte von Frauen* systematisch angegriffen.

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„Feministischer Generalstreik, soziale Kämpfe und linke Stadtteilpolitik in Barcelona“, 22.8., 19 Uhr, Li(e)ber Anders

„Per canviar-ho tot!“ – Feministischer Generalstreik, soziale Kämpfe und linke Stadtteilpolitik in Barcelona

Am 8. März gingen in diesem Jahr in ganz Spanien zum wiederholten Male Millionen Frauen* gegen patriarchale Gewalt, Geschlechterungerechtigkeit und die Nichtanerkennung von Reproduktionsarbeit auf die Straße. Unter dem Motto „Ohne Frauen* steht die Welt still!“ wurde dazu aufgerufen, an diesem Tag in einen Lohnarbeits-, Reproduktions-, Konsum- und Bildungsstreik zu treten, um so das ganze Land lahm zu legen. Zugleich spielten in vielen Aufrufen und Parolen antirassistische und antikapitalistische Positionen eine zentrale Rolle, die ausgehend vom feministischen Kampf die Systemfrage stellten.

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