
Bereits zum vierten Mal veranstaltete der Stadtteilladen Anni Wadle dieses Jahr ein Straßenfest am 1. Mai. Mit weit über 1000 Besucher:innen war es unser bisher größtes Straßenfest und hat alle Erwartungen noch einmal übertroffen. Unter dem Motto „Kriege verweigern, Gerechtigkeit erkämpfen, den solidarischen Stadtteil aufbauen“ versammelten sich Jung und Alt in der Kieler Straße in Gaarden. Rote Nelken, Wimpelketten, Fahnen und Sonnenschein ließen die Straße erstrahlen. Gemeinsam tanzten wir zu guter Musik, genossen das leckere Essen und lauschten den kämpferischen Beiträgen.

Neben Jafar, Coba und DJ Fredy trat in diesem Jahr auch zum ersten Mal der Chor vom Stadtteilladen Anni Wadle auf und lud zum Mitsingen von Arbeiter:innenliedern ein. Auch mit der offenen Bühne wurde eine Premiere gefeiert und gab allen Gardener:innen die Möglichkeit ihre Gedanken zu Krieg und Ungerechtigkeiten zu äußern.

Nachbar:innen berichteten aus ihrem Arbeits- und Lebensalltag, wo Kürzungen in den sozialen Bereichen oder der Eingliederungshilfe zu massiven Problemen führen. Genoss:innen vom Schulstreik gegen Wehrpflicht sowie der Wagengruppe Schlagloch machten aus ihren jeweiligen Perspektiven deutlich, welch weitreichende Folgen die Militarisierung auf das Leben und Wohnen hat. Spontan schnappte sich eine Nachbarin noch die Saz und spielte weitere kurdische Revolutionslieder.


In einem Redebeitrag des Stadtteilladens wurde das Motto des Straßenfestes thematisiert. Durch verschiedene Perspektiven wurde deutlich, inwieweit steigende Mieten, kaum bezahlbare Wohnungen, Kürzungen im Sozialen Bereich, Kriege auf der ganzen Welt, steigende Repression und prekarisierte Arbeitsbedingungen in einem Zusammenhang stehen. Verschiedene Gruppen aus dem Stadtteilladen konnten dabei deutlich herausstellen, welche Auswirkungen diese Themen auch bei uns in Gaarden haben.

Eine große Auswahl an Essen sorgte dafür, dass jedem Geschmack gerecht werden konnte. Von Essen für alle 143 gab es leckeres Gulasch und der Pommes-Leuchtturm war auch dieses Jahr wieder ein Highlight. Für Süßspeisen war mit Popcorn, Wassereis und einem offenen Kuchenbuffet gesorgt. Dort fand sich auch Annis 8-Stunden-Tag Maikringel, auf dessen spannende Geschichte eine Nachbarin uns im Vorfeld aufmerksam gemacht hat. Die Genoss:innen der Kuhlen Wampe und vom Schlagloch versorgten das Fest außerdem mit Kaffee und leckeren Waffeln. Für kühle Getränke haben wieder unsere Nachbar:innen des Subrosas gesorgt.
Verschiedene Aktivitäten und Infostände füllten die Kieler Straße. Dabei gab es Klebetattoos, Straßenmalkreide und verschiedenste Spielmaterialien wie das Fußballdart vom Vinetazentrum. Gleichzeitig konnten Nelken gebastelt, T-Shirts und Wimpel bedruckt oder Armbänder geknüpft werden. Ein Clown sorgte allseits für Spaß und lachende Gesichter.

Bei der Feministischen AG wurden Wimmelbilder gemalt, wie wir uns Gaarden im Jahr 2030 vorstellen, beim Dosenwerfen des Schulstreiks gegen die Wehrpflicht wurden Kriegstreiber plattgemacht. Auch dieses Jahr haben Jugendliche des benachbarten Boxsportclub Gaarden wieder Übungen mit Handschuhen und Pratzen angeboten.

Die Solidarische Beratung und die Rote Hilfe stellten ihre Arbeit vor und auch das ZEIK war mit einem kreativen Stand vor Ort, an dem Bilder zum Thema Krieg und Frieden gemalt wurden. Beim nara kiel wurden Sticker selber gemalt und bei der Gruppe Widersetzen konnten Bilder ausgemalt oder am Glücksrad gedreht werden.

Nachdem gegen 19 Uhr das Straßenfest auch dieses Jahr mit dem gemeinsamen kraftvollen Singen der Internationalen abgeschlossen wurde, nahmen sich einige junge Besucher das Mikro. Mit „Wer ist alles gegen Krieg und Waffenlieferung?“ und „Wer möchte, dass alle Gerechtigkeit erfahren?“ haben sie die wohl lauteste Zustimmung des Publikums erhalten. Ein besonders schöner Abschluss für einen besonders schönen Tag!

Für den diesjährigen 1.Mai können wir aus Perspektive des Stadtteilladen ein rundum positives Fazit ziehen. Bei der revolutionären Vorabenddemonstration war der Stadtteilladenblock noch einmal deutlich größer als im letzten Jahr. Der aussdrucksstarke Block konnte wichtige Verbindungen zu Themen im Stadtteil ziehen und damit die Demonstration stärker in der Nachbarschaft verankern. Die Beteiligung bei der Gewerkschaftsdemonstration am Morgen des 1.Mai fiel wieder kraft- und stimmungsvoll aus. Das Maifest, welches zu Höchstzeiten 1000 anwesende Besucher:innen zählte und über den gesamten Zeitraum diese Zahl weit überstieg, konnte die gesetzten Themen Krieg und Militarisierung, soziale Ungerechtigkeit und Kürzungswahn sowie die Notwendigkeit der Organisierung gut im Stadtteil platzieren.

Dafür wurde im Vorfeld des 1.Mai intensiv im Stadtteil mobilisiert, z.B. über das Verteilen von Wimpeln für ein Solidarisches Gaarden gegen Krieg, welche sich in unzähligen Schau- und Küchenfenstern im Stadtteil wiederfinden. Daran gilt es auch in der kommenden Zeit anzuknüpfen und die Basis des Stadtteilladens im Viertel weiter zu stärken und zu aktivieren.
Der 1. Mai ist nicht nur ein Tag des Feierns und der guten Laune, sondern ein politischer Kampftag! Mehr denn je müssen wir heute an die historischen Kämpfe unserer Klassen anknüpfen. Also organisieren wir uns und kämpfen wir weiter!

Du willst dich im Stadtteilladen Anni Wadle organisieren?
Es gibt ein vielfältiges Angebot zu den Themen Stadtteilarbeit, Feminismus und Antirassismus.
Schau in das Monatsprogramm, komm vorbei und sprich uns bei den Veranstaltungen an!







